Jagdrevier

Västernorrland liegt in Mittelschweden. Auf einer Fläche von 21.678 qkm leben hier 243.806 Einwohner. Das Verwaltungszentrum liegt in Harnösand. Bis zu 4/5 der Fläche sind hier bewaldet. Die Elchjagd hat in den letzten Jahren in unserer vorwiegend forstwirtschaftlich genutzten Region an Bedeutung gewonnen. In sogenannten Gesellschaftsjagden werden hier, auf privaten oder gepachteten Land, Jagden durchgeführt. In der nach heutigen Gesichtspunkten landwirtschaftlich uninteressanten Region hat die Elchjagd nach wie vor sehr große Bedeutung für die Fleischbeschaffung.

Die Wilddichte bezogen auf Elchwild ist hier in Västernorrland recht hoch für die allgemeinen schwedischen Verhältnisse.In der Region Västernorrland beträgt die Wilddichte, bezogen auf Elchwild, ca. 8-10 Elche pro 1000 ha. Das bejagde Revier von Långvattnet/ Backe hat eine Fläche von ca. 25.000 ha. Für diese Fläche, sind von Jahr zu Jahr unterschiedlich viele Elche (zwischen 16-25 erwachsene Elche) zum Abschuß freigegeben. Die Anzahl der zum Abschuss freigegebenen Kälber ist unbegrenzt. Die Jagd wird mit ca. 6-8 Jägern in Form von reinen Riegeljagden durchgeführt. Die Jagd funktioniert nur im Team! Die landschaftlichen Bedingungen und die Tatsache, dass ein ausgewachsener Elch lebend ca. 350-500 kg wiegt und von seiner Größe mit einem Pferd zu vergleichen ist, erfordert bei der Bergung eine bestimmte Vorgehensweise. Zudem besteht der Wald in Västernoorland aus Sand, Moor und Wasser- bzw. Sumpflöchern, durchzogen von Findlingen jeder Größe, welches eine genaue Planung und Teamarbeit bei der Wildbergung erfordert. Gewichtsangaben in Schweden beziehen sich immer auf das Schlachtgewicht, das heißt auf das Gewicht des Wildkörpers ohne Decke und Kopf. Kälber haben ein Schlachtgewicht von ca. 60 -80 kg, Jungbullen und Jungkühe von ca. 150- 180 kg und ausgewachsene Stücke von ca. 190- 230 kg. Grundsätzlich besteht die Möglichkeit mit dem Hundeführer zu gehen. Die Wahrscheinlichkeit einen Elch zu sehen wächst dadurch sehr, aber bevor man ein Stück schießt, ist ein Blick auf die Revierkarte erforderlich, um sicher zu sein, das Stück auch bergen zu können. Die Jagd endet mit dem Einsetzen der Dunkelheit, d.h. die Bergung der Stücke muss bis dahin abgeschlossen sein. Die Stände sind so ausgewählt, dass man an bekannten Pässen angestellt wird. Sehr viele Stände befinden sich direkt an den Wegen, Moorflächen oder auf Winter -und Traktorwegen (Rückschneisen). Die Elche ziehen, wenn sie vertraut kommen, gern auf freien Flächen und Wegen, geraten sie durch Hunde oder Hundeführer unter Druck flüchten sie durchs dichte Unterholz. Dass der Elch, wenn er von einem Hund gehetzt wird, über ein Moor oder auf einem Traktorweg zieht, ist nahezu auszuschließen. Einen sicheren Schuss auf einen flüchtigen Elch anzubringen ist fast unmöglich. Elche ziehen, selbst wenn sie hochflüchtig sind im Vergleich zu Schwarzwild fast geräuschlos. Auf dem weichen Untergrund hört man keine Äste knacken oder ähnliches. Es kommt nicht selten vor, dass der Elch auf einmal 10- 15 m hinter einem steht, ohne dass man auch nur das Geringste wahrgenommen hätte. Die Sicht in den Wäldern beträgt häufig nicht mehr als 10- 20 m. Ein Schuss durch die Äste ist selbst auf kurze Entfernung sehr riskant. Ein Fehlschuss oder ein Krankschuss auf 10- 20 m ist daher keine Seltenheit und kommt auch bei bekannt guten Schützen häufig vor. Flüchtig schießen wie z.B. auf Schwarzwild ist sehr schwer, da man das Stück vor der Schneise gar nicht sieht, man kann nicht wie gewohnt mitschwingen und auf der Schneise fliegenlassen. Die Schneisen und Wege sind 5-6m breit und der Elch läuft etwa 5-6 m/ sek. In einer Sekunde das Gewehr in einer ungewohnten Höhe anzuhalten, mitzuschwingen, zu überholen und fliegen zulassen, führt meistens zu „Bumschüssen“ und somit zu Nachsuchen. Sichere Schüsse auf den Elch kann man nur anbringen, wenn der Elch beunruhigt wird und anfängt vertraut zu ziehen. Mit den jagdlich gebräuchlichen Kalibern zwischen 7 und 9 mm gibt es fast nie einen Ausschuss. Nachsuchen verlaufen somit fast immer erfolglos. Die wenigsten Elche werden deshalb nur mit einen Schuss zur Strecke gebracht. Es ist außerordentlich wichtig darauf zu achten, den Elch nur zu beschießen, wenn man auch noch sicher einen zweiten Schuss antragen kann.

Selbstverständlich ist es durchaus zu verstehen, dass jeder seine Chance wahrnehmen will einen Elch zu erlegen aber der geltende Satz: „Im Zweifel nie“ hat in Schweden mehr Bedeutung denn je. Zum einen gestaltet sich die Nachsuchen meist schwierig , zum anderen geht die Jagd erst weiter, wenn man sich davon überzeugt hat, dass eine weitere Suche erfolglos ist. Das führt leicht dazu, dass für alle aus dem Team, ein halber Jagdtag verloren ist, durch einen leichtfertigen Schuss.

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